Orgel in Denstedt


Orgel in Waltershausen

 Die Jury des BACH | LISZT Orgelwettbewerbs

Für den Orgelwettbewerb konnte eine hochkarätige Jury gewonnen werden. Zehn herausragende Experten aus verschiedenen Ländern hatten ursprünglich zugesagt; in letzter Minute musste Masaaki Suzuki aus Japan sein Kommen leider absagen. Wir stellen im Folgenden die neun Juroren kurz vor.  

Silvius von Kessel (Vorsitzender), Deutschland
Ludger Lohmann, Deutschland
James David Christie, Vereinigte Staaten von Amerika
Alessio Corti, Italien/Schweiz
Hans-Ola Ericsson, Schweden
Thierry Escaich, Frankreich
Brett Leighton, Australien/Österreich
Ben Van Oosten, Niederlande
Daniel Zaretsky, Russland


James David Christie gilt als einer der anerkanntesten Organisten seiner Generation. 1979 gewann er den 1. Preis und den Publikumspreis beim „Bruges International Organ Competition“ in Belgien. Seit 1978 wirkte James David Christie als Organist des Boston Symphony Orchestra. Es folgten Auftritte und CD-Aufnahmen mit namhaften Orchestern in Wien, London, Stuttgart, Koblenz, Philadelphia, San Francisco, San Diego, Seattle, Baltimore, New York und Boston. Mehr als 50 Tourneen führten ihn als Solisten quer durch Europa, Kanada, Asien und Australien. Er ist zudem musikalischer Leiter des „Ensemble Abendmusik”, eines in Boston beheimateten Orchesters (mit Chor), das auf historischen Instrumenten Musik des 17. und 18. Jahrhunderts zur Aufführung bringt. Für sein Engagement im Musikleben der Stadt Boston verlieh die „New England School of Law“ ihm die Ehrendoktorwürde. Erst kürzlich erhielt er den „Outstanding Alumni Award“ des „New England Conservatory“.

Alessio Corti wurde 1967 in Mailand geboren. Nach Abschlüssen in den Fächern Klavier, Orgel und Cembalo hat er das Orgel- und Improvisationsstudium bei Lionel Rogg an der Genfer Musikhochschule fortgesetzt und mit dem Ersten Virtuositätspreis (mit Auszeichnung) sowie einem Sonderpreis abgeschlossen. Nachdem er bereits bei mehreren nationalen und internationalen Wettbewerben Preise gewonnen hatte, erspielte er sich 1993 den 1. Preis beim Internationalen Wettbewerb CIEM in Genf. Seit 1983 ist er hauptamtlicher Organist der evangelischen Hl.-Maria-Segreta-Kirche in Mailand, auf deren Orgel er im Laufe verschiedener Konzertreihen unter anderem die Orgelgesamtwerke J. S. Bachs und D. Buxtehudes aufgeführt hat. Für das italienisch-deutsche Label „Antes-Concerto“ nahm er das Orgelgesamtwerk J. S. Bachs auf 17 CDs auf. 2001 wurde er als Nachfolger Lionel Roggs zum Professor für Orgel und Improvisation an die Genfer Musikhochschule berufen.

Hans-Ola Ericsson wurde 1958 in Stockholm geboren. Er studierte Musik in Stockholm und Freiburg und setzte später seine Ausbildung in den USA und in Italien fort. Hans-Ola Ericsson konzertierte in ganz Europa, Japan, Südkorea, Kanada und den USA. Seine Interpretationskunst ist auf zahlreichen Tonträgern dokumentiert, unter ihnen die hoch gelobte Gesamteinspielung des Orgelwerks von Olivier Messiaen. 1989 wurde Ericsson zum Professor an der Hochschule für Musik in Piteå und an der Universität zu Luleå, Schweden, ernannt. Ericsson, der auch als Komponist tätig ist, leitet Interpretations- und Kompositionskurse in Europa und den USA. Im Sommer 1990 unterrichtete er bei den Darmstädter Sommerkursen für Neue Musik. Im selben Jahr erhielt er den angesehenen „Kranichsteiner Musikpreis“. 1996 wurde Hans-Ola Ericsson als Gastprofessor an die Hochschule für Künste in Bremen berufen, 2000 wurde er Mitglied der Königlichen Musikalischen Akademie in Stockholm.

Thierry Escaich ist ein international renommierter Organist, Komponist und Improvisator. Im Jahr 1990 erschloss er sein Orgelstudium am Pariser Konservatorium ab und wurde dort – nur zwei Jahre später – zum Professor für Komposition und Improvisation berufen. Seine ersten Kompositionen erhielten den „Florence Blumenthal Foundation prize“ – unter den Juroren befanden sich so namhafte Tonschöpfer wie Elliot Carter, Henri Dutilleux und Maurice Ohana. Weitere Preise folgten, darunter der „Grand Prix des Lycéens“ 2002, der „Victoires de la Musique Composer of the Year Award“ 2003 und der „Grand Prix de la musique symphonique“ 2004. Seine Orchesterwerke wurden unter anderem vom Orchester der Beethovenhalle Bonn, dem „Monte Carlo Philharmonic Orchestra“, dem „Orchestre Philharmonique de Radio-France“ (Paris) und dem „Orchestre National de Lille“ uraufgeführt. Thierry Escaich ist Organist der Kirche „St-Etienne-du-Mont“ in Paris seit 1997. Parallel dazu verfolgt er eine Karriere als weltweit gefragter Solist und Botschafter der französischen Orgel-Improvisationsschule.

Brett Leighton ist seit 1994 Dozent für Orgel, Cembalo und Ensemblemusik an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. In Sydney, Australien, geboren, studierte er ab 1977 bei David Rumsey am Konservatorium seiner Heimatstadt , ab 1981 dann bei Michael Radulescu an der Wiener Musikhochschule. Er gewann eine Vielzahl von Auszeichnungen, Preisen und Stipendien, darunter 1979 den „Paul Hofhaimer Preis“ der Stadt Innsbruck für die Interpretation von Orgelwerken alter Meister. Das Interesse des passionierten Organisten und Cembalisten gilt den historischen Orgellandschaften Europas und – ganz allgemein – der weiteren Erforschung der Alten Musik. Eine rege Konzerttätigkeit mit Werken nahezu aller Stilepochen führte ihn durch ganz Europa, Japan, Australien, Mexiko und die USA. Zahlreiche Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen als Solist sowie auch im Ensemble geben Auskunft über sein vielfältiges Schaffen.

Ludger Lohmann wurde 1954 in Herne/Westfalen geboren. Er studierte an der Musikhochschule und der Universität Köln Schul- und Kirchenmusik, Musikwissenschaft, Philosophie und Geographie. Seine Lehrer waren Wolfgang Stockmeier (Orgel) und Hugo Ruf (Cembalo). Weitere Orgelstudien führten ihn zu Anton Heiller nach Wien und Marie-Claire Alain nach Paris. Bei mehreren internationalen Orgelwettbewerben gewann er Preise. 1981 erschien seine vielbeachtete musikwissenschaftliche Dissertation „Artikulation auf den Tasteninstrumenten im 16. bis 18. Jahrhundert", inzwischen ein Standardwerk für Interpreten. Von 1979 bis 1984 unterrichtete Ludger Lohmann Orgel an der Musikhochschule Köln, seit 1983 lebt und arbeitet er in Stuttgart als Professor an der dortigen Musikhochschule. Zudem ist er regelmäßig als Organist an der katholischen Domkirche St. Eberhard zu hören. Er konzertiert weltweit; Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen dokumentieren seine Repertoirevielfalt mit den Schwerpunkten alte und romantische Orgelmusik.

Ben van Oosten wurde 1955 in Den Haag geboren. Er studierte Orgel und Klavier am Sweelinck Konservatorium in Amsterdam sowie in Paris. Erfolgreiche Konzertreisen führten Ben van Oosten bereits seit 1970 in die maßgebenden internationalen Orgelzentren. Neben seiner Konzerttätigkeit gibt er Meisterkurse in vielen Ländern. Als Professor für Orgel am Konservatorium in Rotterdam beschäftigt er sich eingehend mit der sinfonischen französischen Orgelmusik. Einspielungen von Orgelsinfonien wurden mit mehreren internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet. Aufgrund seiner Verdienste um die französische Orgelkultur erhielt er 1980, 1987 und 1998 ehrenvolle Auszeichnungen durch die „Société Académique des Arts, Sciences et Lettres” in Paris. Im Jahre 1998 erhob ihn die französische Regierung in den Rang des „Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres“. Ben van Oosten ist Titularorganist an der „Grote Kerk” in Den Haag.

Silvius von Kessel, in Oldenburg (Niedersachsen) geboren, studierte an der Folkwang Hochschule in Essen Kirchenmusik. Nach Abschluss seines Studiums (A-Examen mit besonderer Auszeichnung) wechselte er als Stipendiat des DAAD von 1991 bis 1994 nach Paris – zum Unterricht im Konzertfach Orgel bei Prof. Olivier Latry. Seit 1994 ist er Domorganist und -kantor am Erfurter Dom St. Marien und seit 1995 Orgelsachverständiger und Beauftragter für Kirchenmusik des Bistums Erfurt. Silvius von Kessel war Initiator und Künstlerischer Leiter des „Internationalen Orgelwettbewerbes zu Erfurt <Domberg-Prediger>“, der 1999, 2002 und 2005 stattfand. Aus diesem ging in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar (die ihn 2008 zum Honorarprofessor für Orgel ernannte) sowie dem Dom zu Merseburg der neu gegründete „1. Internationale BACH | LISZT Orgelwettbewerb“ hervor. Hier hat Silvius von Kessel gemeinsam mit Michael Kapsner (Weimar) und Michael Schönheit (Merseburg) die Künstlerische Leitung inne. Seit Sommer 2004 ist er zudem Vorsitzender der „Thüringer Bachwochen“.

Daniel Zaretsky wurde 1964 in Leningrad geboren, studierte am dortigen Konservatorium sowie an der Musikakademie in Helsinki bei Kari Jussila (1993 Konzertdiplom mit Auszeichnung). Konzertreisen führten ihn seit 1988 in alle bedeutenden Städte der damaligen UdSSR; seit 1989 spielt er auch vermehrt im Ausland. 1991 gewann Daniel Zaretsky den 1. Preis des Nationalen Orgelwettbewerbs seines Heimatlandes, ferner den 3. Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb in Speyer. 1990 erspielte er sich ein Ehrendiplom (als Finalist) beim Internationalen Orgelwettbewerb in Italien, 1993 wurde er Finalist in Finnland (Lahti). Von März 2002 bis Juni 2007 lehrte er als Orgelprofessor am Konservatorium in Nizhnij Novgorod, dem drittgrößten Konservatorium Russlands. Gegenwärtig hat Daniel Zaretsky eine Professur an der Staatlichen Universität in St. Petersburg sowie auch am dortigen Konservatorium inne. Außerdem wirkt er als Organist an der Philharmonie St. Petersburg.